2.-9. August 2014

Bundeszeltlager

In diesem Jahr feiert die Deutsche Jugendfeuerwehr ihren 50. Geburtstag. Um so einen Geburtstag angemessen zu feiern, hat sich die DJF etwas ganz besonderes überlegt. Es sollte erstmals seit 40 Jahren wieder ein Bundeszeltlager stattfinden. Ein Lagerort war auch recht schnell gefunden. Das Bundeszeltlager sollte in Königsdorf, 45 Kilometer unterhalb von München stattfinden.

Für uns war ganz schnell klar, dass wir dieses Bundeszeltlager trotz der weiten Anreise und der logistischen Herausforderung nicht verpassen dürfen. Dies dachten sich auch die Jugendfeuerwehren Ottensen-Bahrenfeld, Rothenburgsort-Veddel, Billwerder und Eißendorf aus Hamburg.

 

Am Freitag, den 1. August 2014 konnte es dann endlich, nach einigen Planungstreffen und vielen organisatorischen Hindernissen, gegen 19 Uhr losgehen. Wir machten uns mit vier Jugendlichen und zwei Betreuern mit einem Dekon-P (Feuerwehr LKW) und einem Anhänger auf den Weg von rund 850 Kilometern. Zwei weitere Betreuer fuhren zusammen mit den anderen Jugendfeuerwehren mit Kleinbussen am gleichen Abend gegen 23 Uhr Richtung Königsdorf los.

Schon die Fahrt mit dem Dekon-P war ein kleines Abenteuer für unsere Jugendlichen. Nach 13 Stunden kamen wir, doch recht erschöpft, in Königsdorf an. Die Bayrischen Jugendfeuerwehren gucken nicht schlecht als sie sahen, dass die Hamburger mit als erstes vor Ort waren.

 

Die erste Anlaufstelle war die Anmeldung an der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. Dort bekamen wir unsere Lagerausweise, Essensgeschirr, Taschenlampen und noch vieles mehr. Anschließend wurden wir mit dem Dekon zum Zeltplatz gebracht wo wir dann die JF Eißendorf trafen, die mit der Bahn nach Königsdorf gereist war. Da alle Hamburger Gruppen in unterschiedlichen Zeltdörfern untergebracht waren und das gesamte Gepäck auf dem Dekon war, mussten wir erst besprechen, wie wir bei der Austeilung der Zelte und des Gepäcks am Besten vorgehen. Nach und nach trafen auch die anderen 3 Jugendfeuerwehren ein und auch unsere beiden Betreuer stießen zu uns.

Nun konnten wir unser Zelt bei blauem Himmel und 30° Grad aufbauen. Nach dem das Zelt stand und wir uns häuslichen eingerichtet hatten, freute sich jeder auf eine Mütze voll Schlaf. Doch da machte uns das wechselhafte Wetter der Berge einen Strich durch die Rechnung und hieß uns mit einem kurzen aber heftigen Unwetter willkommen. Das Unwetter war so stark, dass die Feuerwehr Dortmund, die auf dem Zeltplatz für die Sicherheit zuständig war, den Zeltplatz evakuierte und wir uns alle in dem großen Essenzelt sammeln mussten. Nach gut 2 Stunden Wartezeit konnten wir wieder in unser Zelt zurückkehren, dass das Unwetter heil überstanden hatte. Wenig später begaben wir uns wieder in das große Essenzelt um das Abendessen einzunehmen. Gegen 22 Uhr fielen wir alle ziemlich müde ins Bett.

 

Sonntag:

Am Sonntagmorgen mussten wir früh aufstehen da uns gleich die erste Frühstückszeit um 7:00 Uhr zugewiesen wurde. Nach dem Frühstück hieß es sich schick machen für die große Bundeszeltlager Eröffnung. Nach rund einer halben Stunde war es dann offiziell, der Bundesjugendleiter Timm Falkowski und der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hans-Peter Kröger erklärten das Zeltlager für eröffnet. Nach der Eröffnungsveranstaltung hätten wir uns erst mal von der doch sehr anstrengenden Anreise erholen und ein bisschen Schlaf in der warmen Königsdorfer Sonne nachholen müssen. Schnell stellte sich aber heraus, dass dies nichts wird, da spontan eine Wasserschlacht gegen die JF Ottensen-Bahrenfeld ausgetragen wurde. Gegen Abend zog leider wieder ein Unwetter auf, sodass wir uns nur in unserem Zelt aufhalten konnten. In der Nacht hatte es dann Zeitweise so stark geregnet, dass einige Zelte bei uns auf dem Zeltplatz knöchelhoch im Wasser standen. Kurzerhand wurden einige Schaufel und Hacken organisiert und schnell einige Gräben gegraben damit das Wasser ablaufen konnte.

 

Montag:

Als wir am Montagmorgen zum Frühstück gingen, zeigten sich die  ganzen Auswirkungen, die der Regen in der Nacht hinterlassen hatte. Überall waren Gräben gegraben, kleine Dämme aufgeschüttet worden und die Wege waren eine einzige große Matschpfütze. Nach dem Frühstück fuhren wir mit der Bahn in die Münchener Innenstadt um an der Stadtrallye teilzunehmen. Die Rallye wurde mit Hilfe einer App organisiert und bestand darin an bestimmten Orten kleine Aufkleber zu finden und einzuscannen und eine Frage zu diesem Ort zu beantworten. Gegen 14:30 Uhr hatten wir einen Temin, der zu der Rallye gehörte, in der Hauptfeuerwache 1 der Berufsfeuerwehr München. Dort wurden uns das Museum der Münchener Feuerwehr gezeigt und natürlich die Fahrzeughalle mit den Münchener Fahrzeugen. Nach der Besichtigung hatten wir noch ein wenig Zeit bevor wir zum Zeltlager zurück mussten. Deshalb teilten wir uns in kleine Gruppen auf und erkundeten noch ein wenig die Stadt. Nach dem Abendessen war Disco im Großzelt angesagt mit anschließender Zahnputzparty im Waschhaus.

Dienstag:

Aufgrund der Wetterlage entschieden wir uns spontan die Spiele ohne Grenzen ausfallen zu lassen und zusammen mit der JF Ottensen-Bahrenfeld in das Schwimmbad Alpamare in Bad Tölz zu fahren. Nach 4 Stunden Badespaß fuhren wir wieder Richtung Zeltplatz. Nach dem Abendessen mussten die Jugendfeuerwehrwarte Uniform anziehen, weil sie und je ein Betreuer zu einem Landratsempfang eingeladen waren. Dort wurde den Helfern und den Betreuern gedankt, die so ein Zeltlager erst möglich machten. Für die Jugendlichen war es sehr belustigend wie sich die zahlreichen Betreuer in Uniform einen Weg durch das schlammige Gelänge bahnten und dabei versuchten sich nicht dreckig zu machen.

 

Mittwoch:

Am Mittwoch fuhren wir gleich nach dem Frühstück mit einem Crafter nach München um dort die Berufsfeuerwehrwache 9 zu besichtigen. Dort angekommen wurde uns zuerst grundlegendes zur Organisation über die Feuerwehr München erzählt. Weiter ging es dann mit einer Führung durch den Funkraum, Sozial- und Sporträume. Die Wache ist so groß, dass sie sogar im dritten Stock eine ganz normale Sporthalle beherbergt. Anschließend kamen wir in die Fahrzeughalle. Dort wurden uns ausführlich die Autos sowie die Einsatzkonzepte erklärt. Einige besondere Hingucker waren der Feuerwehrkran, das 53 Meter hohe Teleskopmastfahrzeug sowie ein Belüftungsfahrzeug für Tunnelbrände. Danach ging es weiter durch die verschiedenen Werkstätten wie Tischlerei, Dreherei, Schweißerei und noch vieles mehr. An die Feuerwache schließt sich eine Werkstatt für die Großfahrzeuge der Feuerwehr München an, die vergleichbar ist, mit der technischen Abteilung F03 hier in Hamburg. Nach der Besichtigung fuhren wir weiter, zu einem Hochseilgarten auf dem Bolmberg. Zuerst fuhren wir mit einem Sessellift um die Spitze des Berges zu erreichen. Von dort aus gingen wir einige Minuten bis zum Hochseilgarten und konnten dabei prima das Alpenpanorama genießen. Als wir den Hochseilgarten erreicht hatten, entschieden wir uns Aufgrund der schon sehr vorangeschrittenen Zeit, das Klettern ausfallen zulassen und stattdessen zweimal die Sommerrodelbahn zu fahre. Zurück am Zeltplatz ließen wir den Abend gemütlich nach dem Abendessen ausklingen.

 

Donnerstag:

Am Donnerstag besichtigten wir den Olympiapark in dem im Jahre 1972 die Olympischen Sommerspiele ausgetragen wurden. Zuerst fuhren wir auf den Olympiaturm der im Herzen des Parkgeländes steht. Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht über die Stadt München und die Alpen. Anschließend drehten wir eine kleine Runde durch die verschiedenen Veranstaltungshallen und über den kleinen Jahrmarkt der am Fuße des Olympiaturms aufgebaut worden war. Nach einer kleinen Stärkung am Olympiasee gingen wir langsam zum Parkplatz zurück da wir rechtzeitig um 16 Uhr zur Geburtstagsveranstaltung der Deutschen Jugendfeuerwehr zurück sein mussten. Währen der Veranstaltung wurde die Briefmarke vorgestellt, die  extra zum 50. Geburtstag der DJF hergestellt wurde und jetzt käuflich bei der Deutschen Post erworben werden kann. Nach einigen Reden und einem Grußwort der Bundesjugendministerin Manuela Schleswig gab es noch eine weitere Überraschung. Es wurde ein riesiger Geburtstagskuchen in Form eines Feuerwehrautos in das Festzelt gebracht, der als Nachtisch bei dem Abendessen verspeist werden durfte. Nach dem Abendessen wurde der Geburtstag dann noch ausgiebig in der Disco in dem Großzelt gefeiert.

Freitag:

Als wir am Freitag morgen aufwachten wurde uns bewusst, dass der letzte Tag angebrochen war. Auch dem Weg zum Frühstück verspürte man auf dem ganzen Zeltgelände eine leichte Aufbruchsstimmung da viele Jugendfeuerwehren geplant hatten bereits am Freitag abzureisen. Als wir unser letztes Zeltlagerfrühstück eingenommen hatten machten wir uns noch einmal auf den Weg in die Münchener Innenstadt. Dort besuchten wir zuerst das Deutsche Museum. Die Jugendlichen fanden einige Abteilungen sehr spannend und hatten viel Spaß.  Weiter ging es mit einem kleinen Aufenthalt in der Innenstadt wo wir wieder in kleinen Gruppen unterwegs waren. Einige hatten die Chance genutzt um etwas zu Essen oder ein bisschen durch die Geschäfte zu stöbern. Gegen 17 Uhr verließen wir München und machten auf dem Weg zum Zeltplatz an einem Badesee halt. Dort konnten sich alle noch einmal nach diesem doch sehr warmen Tag abkühlen und es war ein sehr schöner Abschluss der Zeltlagerwoche. Zurück am Zeltplatz ging es dann langsam ans Zusammenpacken. Einiges wurde auch schon in einen Crafter geladen mit dem es am Samstag zurückgehen sollte. Im Angesicht der anstrengenden Fahrt gingen alle früh ins Bett.

Samstag:

Der Samstag begann bereits um 6 Uhr. Nachdem sich alle frisch gemacht hatten wurde alles zusammen gepackt, das Zelt ausgeräumt, abgebaut und alles in den Crafter verladen. Gegen 8:00 Uhr verließen wir gemeinsam mit der JF Ottensen-Bahrenfeld den Zeltplatz und fuhren zur Landesfeuerwehrschule um auf die anderen Gruppen und den Dekon zu warten. Nach einem kleinen Tank Stop waren wir gegen 10 Uhr auf dem Weg nach Hause. Auf der Rückreise war ein Stopp in Nürnberg geplant, da wir von der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg Werderau zum Nürnberger Bratwurstessen eingeladen wurden. Leider kamen wir dort erst gegen 15 Uhr an, weil wir auf dem Weg dahin 2 Mal in einer Vollsperrung auf der Autobahn eine Zwangspause machen mussten. Nach der späten Mittagspause ging es weiter und wir verabschiedeten uns von der restlichen Gruppe und fuhren mit der JF Ottensen-Bahrenfeld alleine weiter. Gegen22:30 Uhr war es endlich soweit, wir waren wieder Zuhause. Nun wurde noch schnell der Crafter ausgeladen und das Gepäck verteilt. Und damit war das Bundeszeltlager für uns beendet.

Uns hat das Bundeszeltlager sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es viele Organisationsprobleme des Zeltlagerteams gab. Auf jeden Fall sind wir bei dem nächsten Bundeszeltlager wieder mit dabei.

 

© JF Billstedt-Horn